Turmkugel von St. Leonhard in Roth

Die Turmkugel von St. Leonhard wurde geöffnet, saniert und wieder verschlossen. Wie üblich kamen Texte vergangener Zeiten ans Licht. Die vorhandenen Dokumente stammen aus den Jahren 1925 und 1978. Die jeweiligen Kirchenverwaltungen haben die Öffnungen bzw. die Maßnahmen dokumentiert. Auch unsere Zeit (Kommune und Pfarrei) hat Texte hinterlassen. Der Beitrag der Pfarrgemeinde für die Nachwelt endet folgendermaßen:

Die letzten Monate haben uns unter anderem die Unsicherheiten bzw. die „Zerbrechlichkeit“ des menschlichen Lebens vor Augen geführt. Wir dürfen aber vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand ist. So gehen wir in die Zukunft und beten mit den Worten von Psalm 23:

„Der Herr ist mein Hirt, nichts wird mir fehlen. Er lässt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser. Meine Lebenskraft bringt er zurück. Er führt mich auf Pfaden der Gerechtigkeit, getreu seinem Namen. Auch wenn ich gehe im finsteren Tal, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab, sie trösten mich. Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du hast mein Haupt mit Öl gesalbt, übervoll ist mein Becher. Ja, Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang und heimkehren werde ich ins Haus des Herrn für lange Zeiten.“

In dieser Kirche mögen Menschen auch künftig die Gegenwart Gottes erfahren und ihn immer mehr erkennen. Ihr Herz werde von Liebe zum guten Hirten erfüllt. Wir dürfen auf die Gegenwart und das Wirken unseres Herrn vertrauen. Es gilt das Wort des Herrn: „Fürchtet euch nicht!“ Dank sei ihm, dem guten Gott, dem Geber alles Guten, den die Kirche in der Liturgie des Kirchweihfestes durch Christus im Heiligen Geist preist:

„In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Zu deiner Ehre wurde dieses Haus errichtet, in dem du deine pilgernde Kirche versammelst, um ihr darin ein Bild deiner Gegenwart zu zeigen und ihr die Gnade deiner Gemeinschaft zu schenken. Denn du selbst erbaust dir einen Tempel aus lebendigen Steinen. Von allen Orten rufst du deine Kinder zusammen und fügst sie ein in den geheimnisvollen Leib deines Sohnes. Hier lenkst du unseren Blick auf das himmlische Jerusalem und gibst uns die Hoffnung, dort deinen Frieden zu schauen. Darum preisen wir dich in deiner Kirche und vereinen uns mit allen Engeln und Heiligen zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.“

Heiliger Leonhard, bitte für uns!

Roth, 05. November 2020, Vorabend des Gedenktages des heiligen Leonhard